VIA BREMEN Logistics Ambassadors erkunden den
Bremer Industriehafen

Studierende von Jacobs University und Universität Bremen
gemeinsam auf Exkursion

Quelle: VIA BREMEN
26. Februar 2016 - in Häfen & Logistik

„Ihr werdet den Ablauf der gesamten Logistikkette heute hier im Hafen kennenlernen“, begrüßte Arndt Overbeck von CHS Container Handel die angehenden VIA BREMEN Logistics Ambassadors zu ihrer Exkursion in den Industriehafen Bremen. Angefangen beim Containerhändler CHS, über den Logistikdienstleister Friedrich Tiemann, bis hin zur Umschlagslogistik am Terminal von Weserport, erwartete die internationalen Logistik-Studenten der Jacobs University und Universität Bremen ein abwechslungsreiches Programm.

Während sie zuvor beim Besuch des Container- und Autoterminals Bremerhaven sowie des Rotorblatt-Großprüfstandes des Fraunhofer IWES Instituts und auch im BLG-Hochregallager die gigantischen Dimensionen beeindruckten, standen nun ganz andere Logistikaspekte im Vordergrund.

 

Transport- und Raumwunder

So erstaunte die Studierenden aus Bulgarien, Iran, Pakistan, Indien, China, Vietnam, Kamerun und Nigeria, wie flexibel und vielfältig einsetzbar die „Box“ ist, die in Deutschland erstmals 1966 im Bremer Überseehafen abgesetzt wurde. Das Container-Angebot von CHS Container Handel erstreckt sich in Größen von 6-45 Fuß von der klassischen Transportbox, über Lagercontainer bis hin zu maßgeschneiderten Raumelementen, wie etwa Werkstätten, Kitas, Schulen, Büros oder Unterkünfte. Aktuell stehen z.B. 190 Container für Flüchtlinge auf dem Betriebsgelände bereit, die in Kürze an die Stadt Bremen vermietet werden sollen. „Die Wohncontainer sind hinsichtlich Isolierung und Heizung auf dem neuesten Standard“, so Arndt Overbeck auf die Frage von Manpreet Singh aus Indien, den der Einsatz von Energiesparmaßnahmen interessierte. Zur Weihnachtszeit seien Kühlcontainer, sogenannte Reefer, bei Supermärkten zur Lagerung der großen Fleischvorräte sehr gefragt. Aber auch zum Reinigen großer Bohrmaschinen der Öl- und Gasindustrie, zum U-Boot-Lagern auf Forschungsschiffen oder für den Transport von bis zu 300 Millionen teuren Satelliten, bei denen Luftfeuchtigkeit und Druckempfindlichkeit eine große Rolle spielen, eignen sich die Universalboxen.

Logistik  - zwischen Offshore und Holz

Wie breit aufgestellt der ursprünglich als Stauerei gegründete Logistikdienstleister Friedrich Tiemann ist, erläuterte Geschäftsführer Dieter Kanning. Besonders überraschte die Ambassadors, dass die Firma für die Offshore-Windmühlen des Windanlagen-Herstellers Senvion (ehemals Repower) alle Ersatzteile von bis zu 30 Tonnen lagert, verwaltet und bei Bedarf mit einer Stand-by-Zeit von 30 Minuten europaweit zustellt. Bei der anschließenden Geländebegehung erfuhren die Logistik-Frischlinge, wie die Abfertigung der per Lkw angelieferten Ware in der Container-Frachtstation vonstattengeht. „Für die Sicherung der Ware im Container wird zu 90% Holz verwendet und nur zu 10% Spanngurte“, so Tim Kanning, Leiter der Container-Frachtstation. Essentiell sei dabei, dass das Holz behandelt ist und dies auch mit einem Label (meist IPPC = International Plant Protection Convention) entsprechend gekennzeichnet ist. Anderenfalls würden Container aus Sorge vor Schädlingsbefall unter Umständen sofort wieder geschlossen und nicht entladen.

Ganz real und menschlich

Linh Nguyen aus Vietnam/Deutschland zeigte sich beeindruckt, den Transport der Container mit den gewaltigen Reachstackern aus der Nähe zu sehen: „Es ist toll, ergänzend zu den vielen theoretischen Konzepten aus der Uni, auch mal die realen Abläufe zu erleben!“ Abschließend hob Dieter Kanning den Wert guter Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern hervor und gab den multinationalen Studenten mit auf den Weg: „Das wichtigste ist der persönliche Kontakt und Vertrauen, dann erst kommt der Laptop und das EDI-System!“

Von Kohle zu Stahl

Der Besuch des Terminal 1 von Weserport bildete den Abschluss des Ausflugs in den Industriehafen.
Die Verladung von Schüttgut und Stückgut für den Joint Venture-Partner ArcelorMittal standen hier im Mittelpunkt. Berge von Kohle, aktuell aus Russland für die Stahlproduktion angeliefert, bestimmten die Szenerie genauso wie die unzähligen zwischen 4 und 45 Tonnen schweren Coils, die auf dem Terminal lagerten. Zu der großen Herausforderung gehöre, diese im Container zu transportieren und zu sichern und dabei zu vermeiden, dass die schwere Rolle den Containerboden durchbricht. „Zahlreiche Benchmarks wurden hierfür herangezogen“, so Dieter Kopp, Sales und Key Account Manager bei Weserport. Während mächtige Gabelstapler die großen Stahlrollen auf ihrem Dorn über das Gelände bewegten, beförderte der riesige Drehwippkran Rolle für Rolle an Bord der längsseits liegenden „Britannica“, eine der wöchentlichen Ladungen nach Großbritannien. „Bei diesem Ausflug hab ich mindestens so viel gelernt, wie beim Unikurs zum selben Thema“, resümierte Bushra Kamran aus Pakistan den aufschlussreichen Ausflug in die bremische Logistikwelt.


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