greenports: Die ökologische Selbstverpflichtung im Hafen richtig umsetzen

Nachhaltigkeit mit greenports
Quelle: BLG/bremenports
26. Januar 2015 - in Häfen & Logistik

Nachhaltig wirtschaften bedeutet Ressourcen zu schonen, die Umwelt zu schützen, und dabei trotzdem erfolgreich zu sein  – eine große Herausforderung für alle ökonomischen Zweige, auch für die Hafenlogistik. Die bremischen Häfen setzen auf „greenports“: Eine Initiative für maritimen Umweltschutz.

Maritime Transportwege sind im Grunde umweltfreundliche Transporte. Der Aufwand an fossilien Brennstoffen im Verhältnis zum Transportvolumen pro Kilometer ist sehr günstig. Gleichwohl: Schiffsmotoren verbrauchen fossile Brennstoffe und setzen sie in die Atmosphäre frei. An Bord anfallender Müll und Ölrückstände müssen umweltgerecht entsorgt werden. Die Geräuschentwicklung aus den Häfen belastet Mensch und Umwelt. Hafenerweiterungen nehmen Flächen ein, die wertvolle Natur verdrängen.

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Um all diesen Einflüssen entgegenzuwirken, hat die Hafengesellschaft bremenports eine Initiative für den „Grünen Hafen“ gegründet: greenports setzt seit 2009 Standards für eine umweltfreundlichere Hafenwirtschaft. Die Strategie betrifft alle Akteure der bremischen Häfen: die maritime Logistik, Terminalbetreiber, Reedereien und Hafenbauer. Nur wenn alle ihre ökologische Selbstverpflichtung im Hafen umsetzen, entsteht ein Nachhaltigkeitsmanagement, das den maritimen Umweltschutz vorantreibt. Folgende Projekte haben die Akteure zusammen mit greenports schon in die Hand genommen:

1. Häfen erweitern und Ausgleich schaffen

Der Containerterminal in Bremerhaven ist gewachsen – und nimmt dabei Platz der Natur ein. Hafenbauer sind nach deutschem und europäischem Recht dazu verpflichtet, die Eingriffe in die Natur angemessen auszugleichen. Deshalb entstehen bei jeder Erweiterung der bremischen Häfen Kompensationsflächen: Landwirtschaftlich betriebene Äcker funktionieren heute als Grünlandfächen. Wasserbüffel halten dort die Wiesen kurz und schaffen einen idealen Lebensraum für viele verschiedene Vogelarten. Tidepolder auf der Luneplate und der Tegeler Plate lassen Salzwiesen entstehen: Zweimal am Tag fließt das Brackwasser der Weser durch ein Sturmflutsperrwerk in die angelegten Priele und wieder hinaus. Die Tide sorgt dafür, dass sich hinter dem Sperrwerk hochwertige Biotope bilden können.

2. Energieeffizient verladen

Die Technik am Containerterminal in Bremerhaven ist durch innovative Techniken umweltfreundlicher geworden. Normale Van Carrier, die beim Laden und Löschen die Container bewegen, verbrauchen 20 Liter Diesel pro Stunde. Neue Maschinen haben Speicherkondensatoren für den dieselelektrischen Antrieb. Wenn sie einen Container absenken, fließt Strom in den Speicher, der beim weiteren Betrieb genutzt werden kann. Durch diese Technik sparen die Van Carrier bis zu 10 % Energie ein.
Auf dem Automobilterminal wurden die Fahrwege optimiert: Kurze Wege und ökonomisches Fahren sollen dazu führen, dass der Energieverbrauch weiter sinkt.

3. Umweltfreundlich transportieren

Schienen und Straßen im Land Bremen sind dauerhaft belastet. Für den Transport zwischen Bremen und Bremerhaven setzt die Hafenlogistik deshalb auf Container-Binnenschiffe, die mehrere 100 Standardboxen transportieren können. Sie pendeln im Liniendienst zwischen Bremerhaven und Bremen, wo sie die dortige Hafengruppe ansteuern.

4. Weserwasser biologisch reinigen

Früher benutzte Schiffslacke enthielten Schadstoffe, die sich noch heute im Schlick der Weser absetzten und damit das Wasser belasteten. Die Hafenmanager von bremenports haben ein System entwickelt, um das Waschwasser aus dem Dockbetrieb regelmäßig zu reinigen. Das abgeschöpfte Waschwasser fließt in eine Pflanzenkläranlage, wo es biologisch gereinigt und schließlich zurück in die Weser geleitet wird. Weiterhin werden ständig mehrere Tonnen Schlick ausgehoben, getrocknet und umgeschichtet, bis das Wasser vollständig verdunstet ist. Auch bei der Entsorgung von Schiffsmüll und Ölrückständen setzt Bremen international Standards: Abfallprodukte werden nicht auf See, sondern an Land entsorgt oder recycelt.

Der ökologische Umbau des maritimen Logistikzentrums Bremen/Bremerhaven funktioniert. Wie sieht der „Grüne Hafen“ 2020 aus? Energieeffizienter und emissionsärmer. Regenerative Energien sollen zukünftig den gesamten Strombedarf decken. Ein Umweltindex legt außerdem einen Grenzwert für Schadstoffemissionen der Seeschiffe fest. Die Schiffe, die in Bremerhaven und Bremen anlegen, dürfen diesen Grenzwert nicht überschreiten. Wenn alle Akteure ihre Selbstverpflichtung wahrnehmen, greifen viele einzelne Maßnahmen ineinander und werden zu einem komplexen System ökologischer Vorteile – zum Nutzen aller.

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