Digitale und technologische Innovation in der Projektlogistik

Bremen als Hot Spot der Entwicklung zur Projektlogistik 4.0

09. Mai 2017 - in Häfen & Logistik

Die digitale Transformation erfasst gegenwärtig alle Branchen des Mittelstandes. Auch die Projektlogistik profitiert von Innovationen, mit denen Projekte gewinnbringend umgesetzt werden können. Die Hansestadt setzt dabei deutliche Schwerpunkte in der digitalen Innovation. Auf dem kürzlich von VIA BREMEN veranstalteten Fachforum Projektlogistik zeigten Referenten die Entwicklung auf. 

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#Industrie 4.0 #Projektlogistik

Wie die Logistik auch bei der Digitalisierung vor allem von einer guten Vernetzung profitiert, zeigte Andreas Ulrich, Head of Shipping Logistics bei der SMS group in seinem Vortrag auf dem Fachforum für Projektlogistik, das am 16. Januar 2017 in der Hansestadt Bremen stattfand. Der Anlagenausrüster mit Sitz in Düsseldorf ist in Zeiten volatiler Märkte verstärkt auf Innovationen in der Projektlogistik angewiesen. Um in Zukunft digital wettbewerbsfähig zu sein, hat die SMS group eine spezielle Abteilung gegründet: SMS digital. Mit der Hansestadt verbindet das Unternehmen auch eine Kooperation, die auf dem VIA-BREMEN-Fachforum ihre Ergebnisse im Bereich Augmented Reality vorstellt.

Projektlogistik 4.0 durch innovative Digitalisierung 

„Es dauert oft, bis sich neue Prozesse durchsetzen“, sagt Ulrich. 

„Digitalisierung bedeutet für mich, Prozesse durch digitale sowie technologische Lösungsansätze transparent, sicher und effizient zu gestalten. So werden wir schneller, agiler und innovativer.“ 


Industrie 4.0 soll die deutsche Industrie für die Zukunft der Produktion rüsten. Die Zielvision zeigt die Fabrik von Morgen, in der vernetzte Maschinen den Produktionsprozess in Echtzeit überwachen und anpassen.

Ulrich ergänzt seine eigene Vision für eine Projektlogistik 4.0: Im Anlagenbau beginnen Konstruktion, Entwicklung und Fertigung typischerweise erst, wenn der spezifische Auftrag eingeht. Es fehlen in der Praxis oft unterstützende Datenstrukturen, daher könnte auch Engineer-to-Order durch digitale Lösungsansätze transparent, sicher und effizient werden. „72 Prozent der Mittelständler sehen Digitalisierung als Herausforderung“, sagt Ulrich. „Dabei ist dies immer auch eine Chance für Speziallösungen, mit denen Unternehmen ihre Expertise stärken.“

Digitale Lösungsansätze für die Logistik – made in Bremen

Lösungsansätze gibt es bereits – auch in Bremen. Das Rasdaman-Projekt der Forschungsgruppe um Professor Peter Baumann an der Jacobs University beispielsweise zeigt das Innovationspotenzial bei Algorithmen, die aus Big Data relevante Information errechnen, deutlich auf. Der Masterstudiengang Data Engineering an der Bremer Privatuniversität  setzt daher darauf, Spezialisten auszubilden, die das Management und die Analyse immer größerer Datenmengen bewältigen. „Big Data kann zu Smart Data werden“, ist Ulrich überzeugt: „Wichtige Entscheidungen werden zunehmend aufgrund von Datenanalysen getroffen.“

Für Branchenkenner ist Bremen außerdem in der Weiterentwicklung und Produktion von 3D-Druckern, die auch Kleinserien made-to-order anfertigen, führend. Dies liegt auch daran, dass Bremen ein zentraler Standort für die Luft- und Raumfahrt ist. Die Branche ist ein Treiber für die Industrialisierung des 3D-Drucks. Die Möglichkeiten der Gewichtsersparnis von Bauteilen per 3D-Druck sind für die Branche ein wesentliches Ziel. 

Bremen in Schlüsselposition: Augmented Reality für den Industrie-Einsatz

Auch im Bereich Augmented Reality tut sich einiges in der Hansestadt: Die Firma Ubimax entwickelt seit mehr als zehn Jahren Wearable Computing für verschiedenste Anwendungen. Sie versprechen ein schnelles Tempo, höhere Flexibilität und weniger Fehler beispielsweise in der Kommissionierung. Zusammen mit dem Logistik-Dienstleister PTS, der SMS group und dem Beratungsunternehmen ProLog Innovations entwickelt das Unternehmen spezielle Datenbrillen für die Projektlogistik. Dem Träger der Brille werden Daten, die für seinen Arbeitsauftrag relevant sind, direkt ins Blickfeld eingeblendet. So ist es beispielsweise möglich, ins Innere von Verpackungskisten zu „schauen“:  Wenn er den QR-Code mit seiner Brille scannt, kann der Arbeiter auf Fotos zum Inhalt zugreifen. Das Pilotprojekt zeigt nicht nur, wie effektiv und zeitsparend Augmented Reality eingesetzt werden kann. „Wir zeigen damit auch, dass Bremen eine digitale Vorreiterrolle einnehmen und hier ein regionaler Logistik-4.0-Hotspot entstehen kann“, sagt Sven Herrmann, Geschäftsführer der ProLog Innovation GmbH.  Auch aus seiner Sicht bietet Bremen besondere Voraussetzungen für Innovation in der Projektlogistik.

Bremen weiterhin auf Wachstumskurs

Beim VIA-BREMEN-Fachforum-Projektlogistik 2017 hob Wirtschafts- und Hafensenator Martin Günthner die Bedeutung der Projektlogistik für den Standort Bremen hervor. Er betonte, dass es gelungen sei, Politik, Wirtschaft und Verwaltung an einen runden Tisch zu bekommen und dadurch Hindernisse abzubauen, Prozesse zu vereinfachen und Genehmigungen zu beschleunigen. „Im vergangenen Jahr hatten wir in einigen Bereichen des Hafens trotz schwieriger Umstände ein erfreuliches Wachstum“, so Günthner. „Wir leben von der Globalisierung, das setzt auch in Zukunft Offenheit voraus.“

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