10.02.2012
Satellitengestütztes Landesystem erhält Zulassung
Gestern Abend um 21:48 Uhr war es soweit: Als erste Fluggesellschaft führte die airberlin unter der Flugnummer AB 6573 einen Präzisionsanflug mit dem neuen satellitengestützten Anflugverfahren GBAS (Ground Based Augmentation System) am Flughafen Bremen durch. Der Flughafen Bremen ist weltweit der erste Flughafen, an dem die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH als erste Flugsicherung GBAS für CAT I Präzisionsanflüge für den regulären Liniendienst der Fluggesellschaften betreibt.
Nach der Zulassung für die Bodenstation des neuen satellitengestützten Anflugverfahrens
GBAS als primäres Landesystem durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF)
wird airberlin als erste Fluggesellschaft in Europa die Präzisionsanflüge am Flughafen
Bremen im Linienbetrieb nutzen.
Zeitzeuge war auch Jürgen Bula, Geschäftsführer des Flughafens Bremen, der sich über die
Weltpremiere in Bremen freut: „Die Zulassung für die Bodenstation des neuen
satellitengestützten Anflugverfahrens an unserem Flughafen zeigt: Bremen ist weltweit
Nummer eins in der Flugtechnologie. Mit dieser innovativen Technologie wird es möglich
sein, Landeanflüge noch effizienter und leiser darzustellen sowie eine bessere
Luftraumauslastung über Flughäfen zu erreichen.“
GBAS (Ground Based Augmentation System)
Das satellitengestützte Präzisionsanflugsystem GBAS (Ground Based Augmentation
System) hat die deutsche Musterzulassung als primäres Landesystem vom
Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) erhalten und kann seit heute unabhängig von
dem seit Jahrzehnten genutzten Instrumentenlandesystem (ILS) für Anflüge unter
Instrumentenflugbedingungen genutzt werden.
Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH betreibt GBAS als erste Flugsicherung der Welt
am Flughafen Bremen für CAT I Präzisionsanflüge für den regulären Liniendienst der Fluggesellschaften. GBAS bietet bei Präzisionsanflügen eine digitale Führung und arbeitet
nach dem sogenannten Differential Global Positioning System (DGPS) Verfahren. Bei
diesem Verfahren wird die Genauigkeit und Integrität von GPS für das Flugzeug durch die
Ausstrahlung von Korrekturdaten erhöht. Zurzeit wird GBAS zusätzlich zu den
Instrumentenlandesystemen an Flughäfen aufgebaut.
Wenn Flugzeuge in der Zukunft durchgängig mit den entsprechenden Bordempfängern
ausgerüstet sind, kann GBAS das ILS ablösen. Es bietet gegenüber dem ILS etliche
Vorteile. Zum einen ist es keinen Beeinträchtigungen durch Wetter oder Hindernisse
ausgesetzt, zum anderen benötigt es keine Schutzbereiche, um es vor möglichen
Störungen durch Rollverkehr auf dem Flughafen abzuschirmen. Darüber hinaus können bis
zu 26 Anflüge auf verschiedene Pisten von nur einer GBAS Station unterstützt werden und
das System muss weniger häufig als ein ILS durch Flugvermessung überprüft werden.
Dadurch ist es sowohl in der Anschaffung als auch in der Wartung erheblich
kostengünstiger als ein herkömmliches ILS.
Hintergrund
Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH befasst sich bereits seit Mitte der 90er Jahre mit
Pilotvorhaben u.a. in München und Frankfurt mit der technischen Erprobung der GPSTechnologie. Die von der Firma Honeywell gebaute GBAS Station in Bremen ist bereits seit
2008 im Testbetrieb und konnte bisher von den Fluglinien TUIFly und Air Berlin bei
Instrumentenflugwetterbedingungen nur bis zum Nichtpräzisionsminimum genutzt werden.
Air Berlin besitzt inzwischen für seine Boeing 737 Next Generation Flotte die Zulassung für
die uneingeschränkte Nutzung der GBAS Bodenstation nach CAT I. Eine Ausweitung des
GBAS Betriebs für CAT II und CAT III Wetterbedingungen (Allwetterbetrieb) wird ab der
Mitte des Jahrzehnts erwartet.
Pressekontakt:
Alice Hossain
Kommunikation & Marketing
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Quelle: Flughafen Bremen GmbH