Die bremischen Häfen zählen zu den wichtigsten Universalhäfen Europas. An den Standorten Bremen und Bremerhaven arbeiten Terminals mit nahezu jeder Art von Ladung: Container und Autos, Stück- und Massengüter, Gefahrgut und Projektladung. Und mit dem Columbus Cruise Center Bremerhaven bietet die Hafengruppe einen der modernsten und leistungsfähigsten Passagierterminals für Kreuzfahrtschiffe. Die hohe Bedeutung der maritimen Wirtschaft für das Land Bremen belegt die Zahl von annähernd 115.000 Arbeitsplätzen, die die Branche im Land bereithält. Über ein leistungsfähiges Netzwerk mit unterschiedlichen Logistik-Dienstleistern bieten die bremischen Häfen vielfältige Value Added Services rund um die Containerlogistik an. Garant für den Erfolg und charakteristisches Merkmal der Zwillingshäfen ist die ausgeprägte Arbeitsteilung.
In der Seestadt Bremerhaven werden Containerschiffe, Auto-Carrier und Kühlschiffe im Fruchtumschlag abgefertigt und damit etwa 80 Prozent des Frachtaufkommens der gesamten Hafengruppe erzielt. Zudem gewinnt die Windenergiebranche zunehmend an Bedeutung. Dank der Nähe zum seeschifftiefen Wasser, hervorragender Infrastruktur und der gezielten Entwicklung eines leistungsstarken Industrieclusters könnte Bremerhaven, zu einem europäischen Zentrum dieser Industrie werden.
Container Terminal
Mit dem viertgrößten Containerhafen Europas bildet Bremerhaven einen der wesentlichen Umschlagpunkte für intermodale Verkehre im In- und Export. Dabei können die Transportbehälter über die Verkehrsträger Straße, Schiene und Binnenwasserstraße mit den Seeverkehren verbunden werden. Mit der Fertigstellung des CT4 im September 2008 wurde das intermodale Serviceangebot in Bremerhaven um einen Terminal für den Kombinierten Verkehr erweitert. Bremerhaven gehört somit im Containerverkehr nach wie vor zu den führenden Häfen auf dem Globus. Die rund fünf Kilometer lange Kaje am seeschifftiefen Wasser bietet 14 Liegeplätze für die größten Containerschiffe der Welt. Um die nautischen Bedingungen für die ständig zunehmende Zahl dieser Großschiffe zu verbessern, ist der Ausbau des Fahrwassers in der Außenweser in Vorbereitung. Beste Hinterlandanbindungen sorgen für reibungslosen Transport in die europäischen Ballungsgebiete.
Auto Terminal
Hohe Qualität, durchgängige Logistik, beste Verkehrsanbindungen und umfassender Service charakterisieren die Auto-Terminals in Bremerhaven. Die Verkehrs- und Stellflächen bieten Platz für 120.000 Pkw. Die Technikzentren des Terminals bearbeiten mehrere hunderttausend Fahrzeuge im Jahr. Bremerhaven ist heute Automobildrehscheibe mit Weltformat. In Spitzenjahren werden hier mehr als zwei Millionen Fahrzeuge umgeschlagen. Ein weiteres Standbein ist der Bereich „high & heavy“: große, schwere und sperrige Fahrzeuge oder auch im Hafen vorgestaute Roll-Trailer. Beispiele dafür sind Eisenbahnzüge, Yachten, Lkw, Busse, Mähdrescher, Baumaschinen oder Kräne. Was den Auto-Terminal Bremerhaven in besonderer Weise auszeichnet, ist sein komplexes Leistungsspektrum. Es geht darum, Organisation, Steuerung und Kontrolle der gesamten Transportkette sowie alle dazugehörigen Dienstleistungen anzubieten.
Frucht Terminals und Kühlhaus
Dass Deutschland und andere europäische Länder mit Obst und Gemüse aus Übersee versorgt werden, stellt Bremerhaven mit zwei speziellen Frucht-Terminals im Kaiserhafen und an der Columbuskaje sicher. Über sie werden jedes Jahr mehr als 250.000 Tonnen temperaturgeführte Güter geladen und gelöscht. Der Umschlag, die klimageführte Lagerung und Distribution dieser sensiblen Produkte erfordern besonderes Know-how und Behandlung. Als größtes Kühlhaus Europas ist Bremerhaven dafür bestens ausgestattet und empfängt sowohl moderne Großkühlschiffe als auch per Kühlcontainer ankommende Früchte.
Bremen-Stadt ist auf den Umschlag von konventionellem Stück- und Schwergut (z.B. Projektladung, Stahl und Stahlerzeugnisse, Holz und Holzprodukte) sowie auf das Handling von Massengütern (z.B. Erze, Kohle, Getreide) spezialisiert. Innerhalb des Stadtgebietes Bremen stehen drei Umschlagknoten für intermodale Verkehre zur Verfügung.
Neustädter Hafen
Der Neustädter Hafen gehört zu den bedeutendsten Anlagen für konventionelle Stückgutverkehre in Nordeuropa. Das Leistungsprofil umfasst vor allem Projektladung, Eisen- und Stahlprodukte, Forsterzeugnisse sowie den Umschlag von Containern und von Schwergütern mit Stückgewichten bis zu 550 Tonnen per Schwimmkran. Die Kunden des Neustädter Hafens nutzen 210.000 qm Hallenfläche und 450.000 qm Freilagerfläche auch zur längerfristigen Zwischenlagerung ihrer Produkte. Die Anlagen erlauben die Montage von Großkomponenten am seeschifftiefen Wasser und damit die Optimierung der Vorläufe. Entscheidend für den Erfolg des Neustädter Hafens ist die Möglichkeit, alle Eigenschaften eines Universalhafens an einem Terminal-Komplex zu vereinen. Das Umschlagvolumen liegt bei rund zwei Millionen Tonnen pro Jahr.
Industriehafen
Mit seinen vielfältigen Aktivitäten und einem Gesamtumschlag von rund 11 Mio. Tonnen jährlich behauptet sich der Industriehafen als bedeutender Standort der bremischen Hafenwirtschaft. Auf den Multipurpose Hafen mit seinen rund 50 Betrieben entfällt rund die Hälfte des stadtbremischen Umschlags. Die Palette der hier bearbeiteten Seegüter reicht von Stahl und Stahlerzeugnissen über Holz, Projektladung, Container, Fahrzeug- und Anlagenteile bis hin zu Massengütern – darunter Erze für die Stahlproduktion, Mineralöle, Bau- und Abfallstoffe. Außerdem profitiert das Kraftwerk Hafen von der Möglichkeit, hier einen separaten Kohleumschlagplatz nutzen zu können. Der Industriehafen wird alljährlich von etwa 2.000 Seeschiffen angelaufen. Die dort tätigen Unternehmen beschäftigen rund 3.000 Mitarbeiter.
Holz- und Fabrikenhafen
Getreide, Kaffee, Kakao, Fischmehl – die Rohstoffe, die im Bremer Holz- und Fabrikenhafen umgeschlagen, zwischengelagert oder gleich weiterverarbeitet werden, kommen per Schiff oder Bahn aus der ganzen Welt. Wegen seiner Lage am seeschifftiefen Wasser und der Nähe zur Innenstadt gilt der Holz- und Fabrikenhafen als ausgezeichneter Standort für Produktionsbetriebe, Unternehmen der regenerativen Energien und Dienstleistungsfirmen. Am trimodalen Container-Terminal werden Rohkaffee und Kakao-Container umgeschlagen, bearbeitet und schließlich auf Lkw, Bahn oder Binnenschiff verladen. Im Silo oder Flachlager können rund 90.000 Tonnen hochwertige Rohware gelagert werden.
Alle Informationen zu den bremischen Häfen finden Sie unter www.bremenports.de.