50 Jahre Containerverkehr über die bremischen Häfen

Quelle: BLG
11. Mai 2016 - in Häfen & Logistik

Das erste Vollcontainerschiff „Fairland“ der Reederei SeaLand erreichte Deutschland am 5. Mai 1966 und machte im Bremer Überseehafen fest. Mit diesem historischen Ereignis begann das Containerzeitalter in Deutschland und es bringt die Hansestadt Bremen damit für immer in Verbindung mit dem Start der Globalisierung. 

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In Bremen wurde das Jubiläum gebührend gefeiert. So fand am 4. Mai ein Festakt im BLG-Forum statt, das im ehemaligen Überseehafen, der heutigen Bremer Überseestadt, liegt. Vom 5. bis 7. Mai präsentierten die Bremische Hafenvertretung und VIA BREMEN der Öffentlichkeit die Geschichte des Containers mit einer kleinen Container-Ausstellung direkt neben dem Bremer Dom. Offiziell eröffnet wurde die Ausstellung am 5. Mai durch Bremens Bürgermeister Dr. Carsten Sieling und Hans-Joachim Schnitger, Präsident der Bremischen Hafenvertretung. 

Eine Erfindung veränderte die Welt

Der Einsatz standardisierter Transportbehälter hatte weitreichende Folgen, und der Welthandel wächst durch den Einsatz des Containers bis heute. Heute ist es unvorstellbar, dass es eine Zeit in der Schifffahrt ohne Container gab. Doch bis in die 1960er Jahre waren Stückgut und Schüttgut die übliche Art, Handelsgüter zu laden. Das Be- und Entladen war langwierig und personalintensiv – und die Liegezeiten in den Häfen entsprechend teuer.

Malcom McLean, ein kleiner Spediteur aus North Carolina, der in seinem Unternehmen zunächst auch selbst als Fahrer gearbeitet hatte, ärgerte sich über die langen Ladezeiten, die den Spediteur, aber auch den Fahrer selbst betrafen.

Er entwickelte die Idee, den Ladevorgang zu ökonomisieren, indem er die Ladung in standardisierten Containern verpackte. Diese Container konnten nun in einem Bruchteil der Zeit vom Lkw aufs Schiff und wieder zurück auf einen Lkw verladen werden.

Reeder waren zunächst skeptisch gegenüber der neuen Art des Transports. Deshalb verkaufte McLean kurzerhand seine Spedition, die mittlerweile auf 1.800 Fahrzeuge angewachsen war und gründete eine eigene Reederei. Sein erstes Schiff, das Container transportierte, war die für diesen Zweck umgebaute „Ideal X”. Der Transport innerhalb der USA lief erfolgreich an, und der Container setzte sich schnell durch. Bald plante McLean, Container auch transatlantisch zu verschicken.

Bremen hatte sich auf die Container vorbereitet

Auch in Europa überwogen anfänglich Bedenken gegenüber der neuen Transportverpackung. Die Investitionen für neue Containerbrücken und spezielle Lkws wurden als zu hoch angesehen. „Eine Containerbrücke gab es damals noch nicht, die Schiffe von SeaLand hatten ihre eigene Kranbrücken an Bord“, sagt Hans Joachim Abendroth, 81 Jahre, ehemaliger Schuppenvorsteher und Betriebsleiter der BLG.

Etwa 80 Prozent des europäischen Im- und Exports Heute werden heute über die Häfen der Nordrange abgewickelt. Der größte europäische Hafen Rotterdam konnte 2015 einen Containerumschlag von mehr als 12 Millionen TEU verzeichnen. Die Bremer Häfen sind mit jährlich 5,59 Millionen TEU der viertgrößte Containerhafen in Europa.

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